Datenbesitz verpflichtet: Zu Aufmerksamkeit, Datensicherheit und moralischem Umgang

Von großen Datenmengen geht große Gefahr aus. Auf europäischer Ebene scheint man das, zumindest in Ansätzen, erkannt zu haben, die Regelungen der DS-GVO weisen darauf hin. Unternehmen werden jetzt europaweit in die Pflicht genommen und das ist gut so. Allerdings gilt die aus dem Datenbesitz entstehende Verpflichtung auch für den Staatsapparat, das darf auf keinen Fall aus den Augen verloren werden. Denn auch und gerade hier entstehen durch große Datenmengen große Gefahren. Das gilt auch dann, wenn die Datensammlung vorgeblich zu Gefahrenabwehr angelegt wurde, denn was geschieht, wenn jemand anderes die Hoheit über das Überwachungssystem in die Hände bekommt? Wenn das Innenministerium daher plant, sämtliche digitalen Geräte, also auch alle IoT-Geräte, per Doktrin mit Hintertüren versehen zu lassen, so schafft es den leistungsfähigsten Überwachung- und damit auch Steuerungsapparat, den es in einem freiheitlichen Staat jemals gegeben hat. Die Ereignisse des letzten Jahres lassen es jedoch mehr als fraglich erscheinen, dass ausgerechnet der Staat in der Lage wäre, einen solchen Apparat wirkungsvoll gegen Zugriff von außen zu schützen. Und was geschähe wohl, wenn ein potentieller Gefährder sich dieser Datensammlung bedienen könnte? Wäre es da nicht wesentlich ungefährlicher, sie gar nicht erst zu besitzen? Wenn uns der kalte Krieg eines gelehrt hat, dann doch dies: Ständiges Aufrüsten ist keine Lösung, sondern ein Problem. Das gilt in der digitalen Welt mehr denn je, es hat nur noch nicht jeder gemerkt.