Datenschutz und Fotos

Fotos sind im Rahmen der datenschutzrechtlichen Betrachtung immer wieder geeignet, Fragen aufzuwerfen: Darf überhaupt fotografiert werden? Darf auf Firmen-, Vereinsevents fotografiert werden? Dürfen diese Bilder veröffentlicht werden? Wie sieht das Verhältnis von Datenschutz zu Kunsturheberrecht aus? Die Aufsichtsbehörden haben sich nun zu diesem umfangreichen Thema geäußert und zwar wie folgt: Grundsätzlich ist das Fotografieren eine Datenverarbeitung und damit erst einmal verboten. Es bedarf also einer Einwilligung oder einer anderen Rechtsgrundlage. Diese andere Rechtsgrundlage kann beispielsweise eine Vereinssatzung sein, die das Anfertigen von Fotos vorschreibt. Es kann sich dabei aber auch um ein berechtigtes Interesse des Verantwortlichen handeln. Soll berechtigtes Interesse den Rechtsgrund bilden, so ist es wichtig, die Erwartungshaltung der betroffenen Person ins Kalkül zu ziehen: So werden Besucher großer Sportveranstaltungen durchaus damit rechnen, fotografiert zu werden. Ob deswegen auch mit einer Veröffentlichung gerechnet werden muss, ist gesondert zu bewerten. Letztlich bleibt immer auch die Einwilligung, die nicht zwingend schriftlich gegeben werden muss. Eine elektronische Form ist ebenso möglich wie eine mündliche oder eine konkludente: Das Posieren oder auch das in die Kamera lächeln kann also bereits eine Einwilligung darstellen. Eine Information muss in jedem Fall erfolgen, bei einer unüberschaubaren Menschenmenge (Sportveranstaltungen, Tage der offenen Tür, etc) reicht ein Aushang am Veranstaltungsort. Da das Kunsturheberrecht zu den Wertungen des berechtigten Interesses herangezogen werden können, ergibt sich hier keine Änderung der Einschätzung. Die Zusammenfassung des Themas durch das BayLDA fällt so knapp wie einfach aus: Fragen Sie sich vor der Veröffentlichung des Fotos einer anderen Person, ob sie s auch dann veröffentlichen würden, wenn sie selbst auf dem Foto zu sehen wären. Einfach und praktisch und grundsätzlich auch auf andere Datenschutzthemen anzuwenden!