Facebook und immer wieder Facebook – und zwischendurch: Herr Zuckerberg

Über den neuesten „Facebook-Skandal“ wurde ja nun wirklich schon zur Genüge berichtet. Nun war Herr Zuckerberg also zu Gast beim amerikanischen Kongress. Und spielte dort den Ahnungslosen. Er kenne schlicht manche Aspekte seines Unternehmens nicht. Das hörte sich vor noch nicht allzu langer Zeit ganz anders an. Und während manche US-Politiker so langsam bemerken, dass es um den Schutz von Daten und die digitalen Freiheitsrechte ausgerechnet in den freiheitsverliebten USA wirklich schlecht bestellt ist und Europa diesbezüglich weit voraus ist, sperrt sich Zuckerberg zwar nicht gegen neue Gesetzte, warnt jedoch davor, durch Gesetzgebung den Anschluss an China und – Gott bewahre – sogar an Russland zu verlieren. Er sollte in die Politik wechseln, vielleicht in die Bundesdeutsche, die spuckt ähnliche Töne. Auf diese Weise wird die Kluft zwischen denen, die die DS-GVO so auslegen, dass in Zukunft alles dokumentiert werden muss, nicht nur das, was man tut, sondern auch das was man lässt und eventuell auch das was man vielleicht hätte getan haben können, wenn man denn daran gedacht hätte die Möglichkeit gehabt zu haben und denen, die einfach machen was sie wollen und von niemandem zur Rechenschaft gezogen, sondern vielmehr zum geschäftlichen Besprechungsessen eingeladen werden, immer größer. Und das verbessert eines ganz sicher nicht: Die Sicherung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Und darum geht es doch bei dem ganzen Zauber. Hat das denn jeder bereits vergessen? Dabei wäre eine Intervention so einfach: Wenn die Firmenchefs jede Regelung ignorieren, die Politiker den Sinn ihrer eigenen Gesetze vergessen und die Marketing-Maschinerie das Ganze ins Absurde übersteigert, dann kann immer noch der einzelne Anwender steuern: Indem er einfach nicht mehr mitspielt. Leider scheint es so, dass die Großen der Branche die User derart in die Abhängigkeit getrieben haben, dass rationales Handeln keine Option mehr darstellt. Alles das, was man vor seinem Nachbarn aufs Peinlichste verheimlicht, wird Facebook und Konsorten ungebremst mitgeteilt. Die User hängen sprichwörtlich an der Nadel und der nächste Schuss ist wichtiger als jede halbwegs intelligente Überlegung. Sie können sich selbst nicht schützen und niemand anders tut es. Angst ist durchaus angebracht.