Löschen von Daten ist nicht immer das Mittel der Wahl

Natürlich räumt der Artikel 17 DSGVO der betroffenen Person das Recht auf Löschung ein. Und von diesem Recht wird, wie die Erfahrung der letzten paar Monate zeigt, auch verstärkt Gebrauch gemacht. Und zwar vor allem, auch das ein Erfahrungswert, dann, wenn es im Verhältnis zwischen betroffener Person und Verarbeiter ohnehin schon knirscht. Ob jedoch das vollständige Löschen jeder mit der betroffenen Person verbundenen Information schließlich zum gewünschten Erfolg führt, darf durchaus angezweifelt werden: Geht es beispielsweise um einen Werbewiderspruch, so ist es hilfreich, einfach diesen Widerspruch zu formulieren. Dann kann der verantwortliche Verarbeiter die Daten für diese Verwendung sperren und es wird keine Werbung mehr geben. Werden statt dessen alle Daten der betroffenen Person gelöscht, so ist es durchaus möglich, dass diese auf anderem Weg (beispielsweise über den Zukauf von Adressen) erneut in das System gelangen. In einem solchen Fall ist es, mangels Datenbasis, nicht mehr möglich festzustellen, ob ein Werbewiderspruch vorlag. In der Konsequenz wird die betroffene Person also gegen ihren eigentlichen Willen erneut beworben. Ärgerlich für alle Beteiligten, jedoch nicht zu ändern. Auch aus Sicht der betroffenen Person ist es also durchaus sinnvoll zu überlegen, ob eine Komplettlöschung das Problem auch dauerhaft beseitigen kann und statt dessen eine Einschränkung der Verarbeitung nach Artikel 18 zu erwägen.