Potentielle GroKo schaufelt dem Vertrauen ein Grab

Die Fähigkeit Vertrauen zu schenken ist einer der wichtigsten Bestandteile jeder Gesellschaft. Sie basiert auf der Tatsache, dass Menschen Geheimnisse haben und frei entscheiden können, wem sie welchen Einblick in ihr Leben gestatten. Deswegen ist der Schutz der Privatsphäre ein Menschenrecht. Wenn jetzt zu lesen ist, dass die beiden potentiellen GroKo Parteien in ihren Koalitionsverhandlungen die sogenannte „Dateninnovation“ über diesen Schutz der Privatsphäre stellen, dann beutetet das nichts anderes, als dass sie willens sind, die Vertrauensfähigkeit auf dem Altar der Wirtschaft zu opfern. Und vermutlich hoffen sie, dass auf diese Weise auch der Weg zu einem lässigeren Datenumgang von Seiten des Staates selber geebnet wird. Das ist der zweite Altar: Die pure Machtbesessenheit der Politik. Denn nichts anderes bedeutet es: Wer Einblick in die genauen Lebensumstände anderer hat, besitzt auch Macht über sie. Aber Vorsicht: Wer den Menschen die Kontrolle über ihre Privatsphäre und damit die Fähigkeit Vertrauen zu schenken nimmt, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und genau den benötigen wir nicht nur momentan sondern immer dringender als alles andere.