Smartmeter und der Anlaufstrom

Was haben Smartmeter mit Datenschutz zu tun und was ist eigentlich der Anlaufstrom? Ganz einfach, es handelt sich hierbei um eine der zahlreichen neuen Ideen, wie man mit der Sammelei von Daten und deren Auswertung Geld generieren kann. Smartmeter sind „intelligente“ Stromzähler, die außer der aus dem öffentlichen Stromnetz entnommenen Menge an Kilowattstunden noch eine ganze Menge zusätzlicher Daten erheben und diese an den Stromanbieter weiterleiten. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem sogenannten Anlaufstrom zu: Das ist der Leistungsbedarf, den ein Gerät direkt beim Einschalten aus dem Netz decken muss. Dieser Anlaufstrom kennzeichnet jedes Gerät so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Nach einer mehr oder weniger kurzen Anlernphase, in der das System die typischen Verbraucher eines Haushalts kennenlernen muss, weiß der Stromanbieter also, wann das Licht im Schlafzimmer angeht und wann die Kaffeemaschine angestellt wird. Sollten Abweichungen im normalen Ablauf auftreten, kann der Stromanbieter einen Notfallkontakt anrufen, das klänge dann zum Beispiel so: “Guten Morgen Herr XXX, hier ist der Stromanbieter Ihrer Mutter. Frau XXX hat im Gegensatz zu den letzten zwei Wochen heute morgen ihre Kaffeemaschine nicht bedient, Sie sollten dort einmal nach dem rechten sehen.“ Natürlich will man sich diese Zusatzdienste fürstlich vergüten lassen. Gerechtfertigt wird die Datensammelei mit der Notwendigkeit, Lastprofile erstellen zu müssen, um die ökologische Energiegewinnung zu optimieren. Das ginge freilich auch anonym – wie war das doch gleich mit privacy by design?