Sparkassen vs. Datenschutz

Dass bei den Sparkassen datenschutzrechtlich nicht immer alles perfekt läuft, hat die Vergangenheit an verschiedenen Stellen gezeigt. Was netzpolitik.org jetzt meldet, schießt allerdings den Vogel ab: Die Sparkassen nutzen die DSGVO gezielt und systematisch um ihren Kunden Einwilligungen abzuverlangen, die eine intensive Datenverarbeitung zu Werbezwecken ermöglichen – und geben dies auch ganz offen zu. Diese Einwilligungen werden den Kunden von den Mitarbeitern mindestens „aufgeschwätzt“ nach dem Motto „wegen der DSGVO müssen Sie das hier unterschreiben“, teilweise, so die Angaben von netzpolitik.org , sogar abgepresst „sonst dürfen wir Ihnen in Zukunft keine Auskünfte mehr geben“. Eine kaum noch zu übertreffende Dreistigkeit eines öffentlich-rechtlich kontrollierten Instituts. Natürlich sind derartige Einwilligungen unwirksam, ein Widerruf ist daher nicht notwendig. Allerdings ist es wichtig, eine Löschung aller aufgrund der unwirksamen Einwilligung erstellten, verarbeiteten und an Dritte weitergegebenen Daten zu verlangen – auch bei den Dritten, wofür die Sparkasse sorgen muss. Auf die Ausübung dieses Rechts muss die Sparkasse innerhalb von vier Wochen reagieren.