Vereinbarung zur Aufgabenverlagerung

Ja, richtig gelesen. Hier geht es nicht um die gerade in letzter Zeit häufig überstrapazierte Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung (VVA oder AVV), sondern tatsächlich um eine Vereinbarung zur Aufgabenverlagerung.Dieses Instrument ist zwar in der DS-GVO nicht vorgesehen, kann aber dennoch außerordentlich hilfreich sein. Nämlich in all denjenigen Fällen, in denen aktuell eine Auftragsverarbeitung angenommen wird, obwohl es sich bei näherer Betrachtung nicht um eine solche handelt. Wir erinnern uns: Eine Auftragsverarbeitung bedient, dass der Auftraggeber der Zweck und Mittel entscheidet. Häufig ist es aber so, dass der Auftragnehmer hier einen erheblichen Entscheidungsspielraum besitzt (und besitzen muss), wodurch eine Auftragsdatenverarbeitung ausscheidet. Zudem gibt es auch immer wieder Fälle, in denen der Auftragnehmer per Gesetz weisungsfrei zu sein hat, also niemals Verarbeiter im Auftrag sein kann. In diesen Fällen handelt es sich daher um eine „ganz normale“ Datenübertragung. Selbstverständlich kann aber auch bei einer solchen der Wunsch nach einer Regelung der datenschutzrechtlichen Aspekte bestehen. Genau dies kann in einer Vereinbarung zur Aufgabenverlagerung geschehen. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine Regelung, die der Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung sehr ähnlich ist, im Gegensatz zu dieser jedoch keine regelnden zur Weisungsabhängigkeit enthält.