Zu wenig Daten bremsen Verarbeitung

Das als „Precobs“ bekannt gewordene System zur Einbruchsvorhersage hat im letzten Jahr zahlreiche, auch datenschutzrechtliche, Diskussionen ausgelöst. Eingeführt wurde es innerhalb von Pilotphasen dennoch. Der Eindruck man müsse eine Unmenge von Einbrüchen wirkungsvoller bekämpfen obsiegte über die Bedenken gegen die Verarbeitung. Nun erwägt Baden-Württemberg, das System wieder außer Betrieb zu nehmen. Grund: Es wird schlicht zu selten eingebrochen, dadurch war es in der Pilotphase nicht möglich, eine für gute Vorhersagen nötige Datenbasis zu schaffen. Das Beispiel zeigt ein Muster, das auch zahlreichen Verarbeitungen anderer Art zugrunde liegen dürfte: Aufgrund einer subjektiv wahrgenommenen Wichtigkeit werden durchaus bedenkliche Verarbeitungen durchgeführt – eine genaue Prüfung der tatsächlichen Wichtigkeit unterbleibt. Man sollte daraus lernen und immer wieder einmal hinterfragen, ob die Verarbeitung personenbezogener Daten einem Zweck dient, dem eine tatsächlich verifizierbare Notwendigkeit oder ein ebensolches Ziel zugrunde liegen. Und sich, wenn das nicht der Fall ist, von der Verarbeitung trennen.